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Zwerchfellbruch (Hiatushernie)

Allgemeine Informationen

Der Zwerchfellbruch, auch als Hiatushernie oder Zwerchfellhernie bezeichnet, zählt zu den inneren Hernien. Es handelt sich dabei um einen nicht normalen Durchtritt von Magenanteilen durch das Zwerchfell hindurch. Man unterscheidet die axiale Hernie, die kardiofundale Fehlanlage und die paraösophageale Hiatushernie.

Der Zwerchfellbruch gilt als häufigste Form einer inneren Hernie. Die Wahrscheinlichkeit, eine Hiatushernie zu bekommen steigt mit zunehmendem Lebensalter. Übergewicht gilt als Hauptrisikofaktor und Männer sind häufiger betroffen als Frauen. In bestimmten Altersklassen liegt das Verhältnis zwischen Männern und Frauen bei 2:1.

Dabei muss die Hiatushernie nicht zwingend Symptome und Auswirkungen verursachen. Die Hiatushernie kann unbemerkt bleiben, wenn sie nicht durch einen Zufallsbefund entdeckt wird.

Definition

Von einem Zwerchfellbruch (Hiatushernie, Zwerchfellhernie) spricht man, wenn Magenanteile innerhalb des Körperinneren durch das Zwerchfell fallen. Dann sind Magenanteile aus dem Bauchraum in den Brustraum verlagert. Die Verlagerung bei einer Hiatushernie passiert durch natürlich vorkommende Lücken im Zwerchfell. Diese Lücken sind anatomisch normal vorkommende Strukturen, die die Funktion haben, Organe, Blutgefäße oder Nerven von einem Bereich des Körpers in den anderen durchtreten zu lassen. Diese ist auch bei dem sogenannten Hiatus oesophagus der Fall, der nichts anderes ist, als der Spalt im Zwerchfell, durch den die Speiseröhre hindurchtritt, um vom Brustraum in den Bauchraum zu gelangen.

Anatomie des Bauchraums und Zwerchfells

Da diese Struktur eine natürlich vorkommende Lücke darstellt, kann sie auch ein Risiko sein, das eine Hiatushernie begünstigt. Insbesondere, wenn das Zwerchfell geschwächt ist, steigt das Risiko, das Teile des Magen durch die entsprechende Lücke durchtreten können und zu einer Hernie führen. Ein geschwächtes Zwerchfell ist die Folge von starkem Übergewicht oder es wird mit zunehmendem Lebensalter schwächer. Gleichzeitig können auch Operationen im Bauchraum oder im Brustraum zu einem geschwächten Zwerchfell führen und dadurch die natürlich vorkommenden Lücken erweitern, wodurch eine Hernie begünstigt wird.

Verschiedene Formen der Hiatushernie

Bei der paraösophagealen Hernie verlagern sich Magenanteile neben der Speiseröhre in das sogenannte Mittelfell. Dadurch kann es zur Einengung des Magens kommen und es können Blutungen entstehen. Im Extremfall führt die paraösophageale Hernie zu Anämie oder dem sogenannten klinischen Bild des Upside-down Magens.

Eine Hiatushernie kann außerdem als axiale Hernie (Gleithernie) vorliegen. Dabei gleitet der obere Magenteil durch den Hiatus oesophageus entsprechend der paraösophagealen Hernie in das Mediastinum. Da dadurch die Öffnung der Speiseröhre gereizt und beeinflusst sein kann, kommt es bei der axialen Hernie häufig zum Reflux (Sodbrennen), der nicht unbedingt therapiert werden muss und in der Regel zunächst medikamentös behandelt wird.

Ursachen einer Hiatushernie

Die Ursachen für einen Zwerchfellbruch beruhen auf normalen Strukturen innerhalb des menschlichen Körpers, innerhalb des Bauchraums. Solche Lücken und Spalten sind notwendig, damit anatomisch wichtige Strukturen durch Körperhöhlen gelangen können. Diese Lücken können aber auch zu Hernien führen, da sie gegebenenfalls auch andere Organe durchlassen. Im Falle einer Hiatushernie können Teile des Magens aus dem Bauchraum in den Brustraum verlagert werden. Dies kann Auswirkungen haben, muss aber keine Symptome verursachen.

Normalerweise sind anatomische Strukturen so fest konstruiert, dass die anatomischen Lücken so gefestigt sind, dass sie tatsächlich nur die vorgesehenen Strukturen durchlassen. Doch verschiedene Ursachen können eine Schwächung der anatomischen Strukturen bedingen und zu einer Erweiterung der Lücken führen. Ein Zwerchfellbruch kann die Folge sein. Zu den Ursachen, die zu einer Schwächung der anatomischen Strukturen (zum Beispiel der Muskulatur) und folglich zur Hiatushernie führen können, gehören zum Beispiel ein erhöhtes Lebensalter, Übergewicht (Adipositas) und das männliche Geschlecht. Außerdem können Bauchoperationen eine Hiatushernie begünstigen.

Entstehung

Die Hiatushernie entsteht, wie ein Bauchwandbruch auch, indem eine normal vorkommende Lücke im Körper durch vorliegende Umstände vergrößert ist. Zu diesen zählt zum Beispiel ein erhöhtes Lebensalter oder starkes Übergewicht. Beides führt dazu, dass das Bindegewebe nicht mehr entsprechend flexibel ist und die stützende äußere Struktur geschwächt.

Ist dies der Fall kann bei angestrengten Verdauungsprozessen oder beispielsweise der sogenannten Bauchpresse und schwerem Heben der Magen durch den Hiatus oesophagus vorfallen. Die Hiatushernie muss in der Folge nicht unbedingt Symptome verursachen und so bleibt die Entstehung oft unbemerkt.

Häufigkeit

Sicher ist, dass der Zwerchfellbruch die häufigste Form einer inneren Hernie ist. Dabei ist auf jeden Fall sicher, dass die Wahrscheinlichkeit eine Hiatushernie zu bekommen mit zunehmendem Alter steigt. Außerdem ist Übergewicht ein Risikofaktor, der die normal vorkommenden Lücken verschlimmert und somit eine Hiatushernie begünstigt. Sicher ist außerdem, dass die Häufigkeit bei Männern höher ist, als bei Frauen. Ab dem fünfzigsten Lebensjahr liegt das Verhältnis bei 2:1.

Symptome einer Hiatushernie

Ein Zwerchfellbruch kann Beschwerden verursachen, kann aber auch ohne Symptome verlaufen. Die Beschwerden hängen auch von der Art der Hernie ab. Da zwischen zwei verschieden Formen unterschieden wird, sind auch unterschiedliche Strukturen beteiligt und beeinflusst, die entsprechend unterschiedliche Beschwerden verursachen können.

Mögliche Beschwerden sind zum Beispiel Sodbrennen, Formen der Anämie, Völlegefühl, Aufstoßen, Tachykardie oder Apnoe.

Diese unterschiedlichen Symptome ergeben sich aus der Tatsache, dass immer unterschiedliche Strukturen betroffen sein können und durch den Zwerchfellbruch und die Verlagerung unterschiedlich beeinflusst werden. Das bedeutet, dass bestimmte Symptome nicht eindeutig einer Hiatushernie zugeordnet werden können und auf einen solchen hinweisen. Entsprechend muss eine vorhandene Hiatushernie nicht unbedingt Symptome verursachen und dadurch auch nicht unbedingt entdeckt und erkannt werden. Eine Hiatushernie, die keine Symptome verursacht, wird oft nur durch einen Zufall entdeckt, zum Beispiel bei einer Röntgenaufnahme von Brust- und Bauchraum.

Diagnose einer Hiatushernie

Der erste Schritt einer Diagnose ist immer die Anamnese, also das Gespräch zwischen Arzt und Patient. Nach der Befragung kann ein Zwerchfellbruch, der Symptome verursacht, sich dann in deutlich lokalisierten Beschwerden zeigen, die einer Refluxkrankheit (Sodbrennen) gleichen. Die gesicherte Diagnose folgt anschließend durch eine Bildgebung, zum Beispiel durch die Magen-Darm-Passage, für welche ein bariumhaltiges Kontrastmittel eingenommen werden muss. Eine Endoskopie der Speiseröhre kann außerdem zur Diagnose oder dem Ausschluss einer Hiatushernie genutzt werden. Ein MRT oder CT komplettiert die Diagnostik.

Behandlung einer Hiatushernie

Der Zwerchfellbruch muss aufgrund der verursachten Symptome behandelt werden. Dabei kann die Therapie medikamentös oder operativ erfolgen. In manchen Fällen benötigt die Hiatushernie gar keine konkrete Therapie, da sie keine Symptome verursacht. Ein operativer Eingriff beim Vorkommen einer Hiatushernie ist dann nötig, wenn lebenswichtige Funktionen (zum Beispiel die Atmung) beeinträchtigt werden.

Die paraösophageale Hernie sollte beispielsweise operativ behandelt werden, da die Gefahr besteht, dass der Magen eingeklemmt wird. Bei dem chirurgischen Eingriff an einer paraösophagealen Hernie wird in der Regel eine laparoskopisch (Schlüssellochtechnik) durchgeführte Reposition des Bruches vorgenommen. Also das „Zurückbringen“ des verlagerten Organs in seine Ausgangsposition, bzw. dessen Normalposition.

Bei einer Operation kann zur Verhinderung einer erneuten Hiatushernie eine sogenannte Hiatoplastik und Fundopexie durchgeführt werden. Bei der Hiatoplastik handelt es sich um eine operative Verengung des Schlitzes für die Speiseröhre mittels einer Naht oder dem Einbringen eines biologischen Netzes. Als Fundopexie wiederum beschreibt man die operative Befestigung des Magenfundus am Zwerchfell. Die axiale Hernie, eine weitere Form des Zwerchfellbruchs, ist außerdem ein Grund zur Fundoplicatio, wenn gleichzeitig eine Refluxkrankheit mit Symptomen vorliegt.

Das Sodbrennen (Reflux), welches das Symptom einer Hiatushernie sein kann, wird in den meisten Fällen durch die sogenannten Protonenpumpenhemmer medikamentös behandelt. Bei einer solchen Form der Therapie wird nur das Symptom behandelt. Der Zwerchfellbruch selbst wird durch das Medikament nicht therapiert und bleibt auch bei einer medikamentösen Behandlung bestehen.

Prävention von Hiatushernien

Eine Hiatushernie ist von außen nicht sichtbar. Man kann die Entstehung also nicht unmittelbar erkennen. Ein Zwerchfellbruch kann sowohl bei schwerem Heben als auch Operationen vorfallen. In vielen Fällen ist er jedoch angeboren und der Entstehungsprozess häufig eine Entwicklungsstörung. Bei einer erworbenen Hiatushernie weiß man nur, dass sie im höheren Lebensalter häufiger entsteht und Übergewicht einen Risikofaktor darstellt.

Um einer Hiatushernie vorzubeugen, gilt es, sich gesund zu ernähren, um Übergewicht zu vermeiden. Gleichzeitig helfen Sport und Bewegung dabei, die Muskulatur des Bauches und des Rumpfes zu stärken. Durch eine gestärkte Muskulatur wird auch die Stützfunktion des Bauches und Rumpfes gestärkt und dadurch der Sitz der inneren Organe und die natürlich vorkommenden Lücken gesichert. Durch eine gestärkte Muskulatur und das Halten von Normalgewicht bleiben die anatomischen Strukturen gefestigt und die Lücken sind tatsächlich nur zum normalen Durchtritt der verschiedenen Strukturen vorhanden. Dadurch kann eine Verschiebung von Organen und somit ein Zwerchfellbruch verhindert werden.

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